Hefebank

In diesem Post zeige ich euch, wie ihr eure Lieblingshefen sicher, sauber und ohne großen Aufwand einlagern könnt und wieder zum Leben erweckt.

Hefebanking

Gerade Flüssighefen kosten mittlerweile schnell mal 12-15€ pro Beutel. Das ist schon eine Hausnummer und auch wenn die Auswahl super groß ist, greifen aus diesem Grund viele lieber doch zur Trockenhefe. Wenn man die Flüssighefe aber einlagert, kann man sie jederzeit wieder propagieren und verwenden ohne sich jedes Mal einen neuen Beutel kaufen zu müssen. Wenn man einmal das Equipment für eine kleine Hefebank hat, dann kann man auch seine Lieblingsweißbierhefe aus einem Flaschenbodensatz oder Erntehefe einlagern. Oder man lagert direkt aus dem frischen Flüssighefebeutel ein.

Equipment

Ihr benötigt wirklich nicht viel, um mit einer kleinen Hefebank zu starten:

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Das bekommt man z.B. in Online Versandapotheken. Bei den Flaschen nutze ich gern welche aus Glas, es gibt aber auch Kochsalzlösung in Plastikfläschchen.

Vorgehen

Egal welches Medium euch zur Verfügung steht, der Ablauf ist immer gleich. Ich zeige euch, wie ich das mit einem frischen Beutel Flüssighefe mache.

  • Das NaCl Flasche am Gummistopfen mit Alkohol beträufeln (Desinfizieren).
  • Entfernt aus einer Spritze den Konus und steckt etwas in Alkohol getränkte Watte hinein. Das ist euer Sterilfilter.
  • Stecht die Spritze durch den Gummistopfen, ohne in die Flüssigkeit einzutauchen. So wird anschließend der Druck in der Flasche ausgeglichen.
  • Entnehmt mit einer zweiten Spritze nun 20ml Kochsalzlösung und verwerft diese.
  • Den Hefebeutel mit der Spritze anstechen, ca. 10-20ml Hefe-Suspension entnehmen und durch den Gummistopfen in die NaCl Flasche drücken.
  • Alle Spritzen entnehmen, entsorgen und fertig!

Lagerung

Die Flaschen könnt ihr nun einfach im Kühlschrank aufbewahren. Etwas kälter ist natürlich besser. Die Frage nach der Haltbarkeit ist schwer zu klären. Das kommt auf das Ausgangsmedium und die verwendete Hefe an. Aber gute Ergebnisse habe ich auch noch mit Hefe erzielt, die über 1 Jahr auf Kochsalz lagerte. Wenn ihr die Hefe noch länger lagern wollt, würde ich euch empfehlen einen Starter zu machen und sie wieder neu einzulagern.

Aufwecken

Etwa eine Woche vor Braubeginn holt ihr die NaCl Flasche aus dem Kühlschrank und schüttelt diese käftig, da sich die Hefe natürlich über die Zeit am Boden absetzt. Nun macht ihr es wie beim Einlagern nur rückwärts. Dafür zunächst wieder eine Spritze für den Druckausgleich mit Sterilfilter (Watte+Alkohol) einstechen und mit einer zweiten Spritze 10-20ml Hefe-Kochsalzgemisch entnehmen. Die Suspension gebt ihr dann in ca. 100ml Starterwürze mit 8-10°P. Danach das Gemisch einfach wie einen normalen Starter behandeln und die Hefe entsprechend propagieren.
Propagationsschritte für den klassischen 20 Liter Sud mit 12°P und einer obergäriges Hefe: Beginnt mit dem 100ml Starter und verdoppelt am nächsten Tag auf 200ml, wieder einen Tag später auf 400ml und am Tag darauf erhöht ihr dann auf 1 Liter Startervolumen.

Zum Thema Hefebanking habe ich übrigens auch ein YouTube Video erstellt, schaut mal rein:

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Das war’s schon. So könnt ihr auch mit Erntehefen verfahren. Hier macht ihr entweder noch mal einen Starter oder entnehmt die Suspension direkt und lagert die Hefe. Wenn ihr die Hefe von gekauften Bieren strippt und für einen Sud verwendet möchtet, könnt ihr auch hier parallel die Hefe noch einlagern und spart euch beim nächsten Mal den Schritt des Hefe „Strippens“.

So baut ihr euch schnell und günstig eine schöne Hefebank auf und habt bald für die meisten Biere die richtigen Hefen auf Lager. Viel Spaß beim Hefebanking!

Prost🍺

Paul

3 thoughts

  1. Hi Paul.
    Danke für den guten Artikel!
    Noch ein Tipp:
    Ich nutze NaCl Flakons 100ml aus Kunststoff, die vom Hersteller nur halb (50ml) gefüllt wurden.
    Sind im WWW leicht zu finden.

    Kann ich nur empfehlen, da viel Platz für Hefe ist (auch ohne Verwerfen von 20ml)

    Beste Grüße,
    Nils

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