Das neue EasyDens von Anton Paar

Spindel oder Refraktometer? Welcher Hobbybrauer kennt die Diskussion darüber nicht. Bei beiden Methoden ist man sich oft nicht ganz sicher, ob der Messwert stimmt. Anton Paar bietet mit dem EasyDens ein professionelles Dichtemessgerät für Hobbybrauer an. Ich durfte die neue Version testen.

New EasyDens by Anton Paar

Das österreichische Unternehmen Anton Paar entwickelt unter anderem hochpräzise Labormessgeräte und Prozessmesssysteme, die weltweit in verschiedenen Anwendungsbereichen zum Einsatz kommen. Mit dem EasyDens hat man ein sehr kompaktes Einstiegs-Dichtemessgerät mit eben dieser präzisen Messtechnik auf den Markt gebracht. Damit lässt sich die Dichte von Bier, Wein und Spirituosen bestimmen. Bei letzterem kann man sogar direkt den Alkoholwert ablesen.

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New EasyDens vs. Gen 1

Seit diesem Jahr hat das Gerät ein Makeover bekommen. „The new EasyDens by Anton Paar“ kommt nun noch kompakter und etwas schlanker da her als die 1. Generation. Die neue Variante hat zudem die Schutzklasse IP65. Es ist also vor Staub- und Wassereintritt geschützt und benötigt deshalb kein Protection Cover mehr. Zudem gab es unter der Haube ein paar Anpassungen, wie der Umstieg auf Bluethooth Low Energy. Damit sind auch Bluetooth-Verbindungen mit geringen Sendeleistungen und geringem Stromverbrauch möglich. Des Weiteren ist die Firmware nun updatefähig. Auch das Messergebnis soll schneller und noch genauer angezeigt werden. Doch nicht nur das Gerät selbst, sondern auch die dazugehörige App wurde verbessert. Die neue Brew Meister App glänzt nun in einem überarbeiteten und modernerem Interface. Die App ist mit beiden Geräten kompatibel.

Unboxing

Gut verpackt kam das EasyDens zu mir nach Hause. In der Schachtel war neben dem Gerät, eine Spritze und ein kleiner Überlaufschlauch. Dazu gibt’s noch einen QuickStart Guide und die Sicherheitshinweise.

Beim Auspacken fällt einem sofort die saubere Verarbeitung auf. Es liegt gut in der Hand und das Gewicht von 190g sorgt für einen sicheren Stand auf ebenen Untergründen.

Setup

Hach, wie ich es liebe, wenn man Geräte einfach auspacken und direkt loslegen kann. Und genau das kann man mit dem EasyDens. Kein Kalibrieren oder Installieren notwendig. Einfach die Brew Meister App (iOS und Android) herunterladen und das eingeschaltete EasyDens per Bluetooth mit dem Handy verbinden. Danach können einige Einstellungen vorgenommen werden. In der App kann man z.B. die jeweiligen Einheiten für Stammwürze und Temperatur festlegen. Cool ist, dass man über „Enable Unit Changer“ auch während eines Messvorgangs zwischen den Einheiten hin und her wechseln kann.

Handling EasyDens

Wenn man seine gewünschten Einstellungen vorgenommen hat, kann es auch schon los gehen. Zunächst steckt man den Schlauch oben in das rechte Loch des EasyDens und das Ende leitet man am Besten in ein leeres Gefäß. Danach einfach mit einer Spritze ca. 3ml Würzeprobe aufziehen und über das linke Loch in das EasyDens geben. Im Inneren befindet sich ein U-förmiges Borosilikatglasrohr. Die Würze landet darin, regt den verbauten Biegeschwinger an und man hört ein leichtes Summen.

EasyDens von Anton PAar

Für eine einfache Messung verbindet ihr das Gerät per Bluetooth mit dem Handy und tippt nun auf „Start Measuring“. Nach wenigen Sekunden habt ihr das Messergebnis. Dank der integrierten Temperaturkompensation, muss man dieses auch nicht umrechnen. Jedoch sollte man darauf achten, dass die Temperatur der Probe zwischen 5 und 30°C liegt. Dieser Bereich deckt die üblichen Prozessschritte ab. Wenn man eine Probe im Heißbereich nimmt, muss diese zunächst abgekühlt werden. Das geht aber sehr schnell, da man nur ein paar Milliliter benötigt.

Brew Meister App

Die Brew Meister App bietet aber noch mehr an. Man kann seine Sude unter „Batches“ anlegen und die Messungen dann dort verwalten. Wenn man nach einem Brautag die Stammwürze gemessen und gespeichert hat, wird einem beim Messen des Restextraktes automatisch auch der errechnete Alkoholgehalt des Bieres angezeigt.

Batch Übersicht
Brew Meister App
Details

Weiterhin hat man die Möglichkeit die Premium Inhalte der App freizuschalten. Diese kann man 1 Jahr kostenlos testen, danach kostet es 19,99€/Jahr. Ein herausragendes Feature ist hierbei das „Continuous Measuring“. Damit wird beim Tippen auf „Start Measurement“ dauerhaft der gemessene Wert angezeigt. In der Praxis heißt das, wenn man Proben im Heißbereich in der Spritze abkühlt, entsteht ggf. etwas Kühltrub. Dieser sedimentiert jedoch schnell im unteren Bereich und wird somit als erstes durchs Röhrchen gedrückt. Mit dem Continuous Mode sieht man, wann genug klare Probe nachgespritzt wurde, denn dann bleibt auch der Messwert konstant. Mit dem standardmäßigen „Einmal Modus“ der neuen App müsste man vorab filtrieren um Messfehler zu vermeiden, oder mehrmals messen.

Anwendungsbereiche und Hinweise

Wenn man bereits fertig karbonisiertes Bier mit dem EasyDens testen möchte, dann sollte die Probe zunächst entgast werden, um Messfehler zu verhindern. Das Manual schlägt dazu vor, die Probe entweder

  • einige Minuten lang zu kochen,
  • sie zu rühren, bis keine Blasenbildung mehr auftritt,
  • oder sie für ca. 5 bis 10 Minuten in ein Ultraschallbad zu legen

Ihr könnt die Probe aber auch durch einen Kaffeefilter oder ein Küchentuch laufen lassen. Noch einfacher ist es die Probe in der Spritze zu entgasen.

Ich habe dazu einen kleinen Test gemacht und 2 Proben verglichen. Dafür habe ich ein bereits auf 4,9 g/l CO2 karbonisiertes Bier genutzt. Zunächst habe ich eine Probe durch mehrminütiges Rühren und Schwenken komplett CO2 arm gemacht. Die zweite Probe habe ich – wie im Quick Start Guide empfohlen – in der Spritze entgast:

Brew Meister App
in der Spritze entgast
Brew Meister App
komplett entgast

Die Messergebnisse unterscheiden sich lediglich um 0,1 – 0,2°P. Wenn es also schnell gehen muss, ist es absolut ausreichend das Bier einfach schnell in der Spritze zu entgasen. Man muss aber darauf achten, dass sich wirklich keine Bläschen im U-Rohr bilden. Durch den beleuchteten Innenraum kann man das jedoch sehr gut erkennen. #sichtglasliebe

Weiterhin sollte man grundsätzlich Proben mit Trubstoffen vermeiden, um Messfehlern vorzubeugen. Jedoch setzen sich diese, wie bereits beschrieben, schnell unten in der Spritze ab und somit spritzt man diesen Teil der Probe zuerst durch das Gerät. Sobald die Würze klar läuft, stabilisiert sich auch das Messergebnis. Ihr könnt die Probe natürlich auch einfach filtern, in dem ihr sie durch ein Kaffeefilter oder ein Küchentuch laufen lasst.

Wenn die Messung abgeschlossen ist, kann das Gerät gereinigt werden. Dafür benötigt man etwas warmes destilliertes Wasser. Einfach mit der Spritze aufziehen und damit das U-Glas spülen. Danach zwei bis drei mal mit der leeren Spritze Luft durch pusten, um die Wasserreste zu entfernen und fertig. Dafür sind wieder nur wenige Milliliter notwendig.

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Vorteile gegenüber bisherigen Messprozessen

Ich habe bisher immer ein Refraktometer für die Bestimmung der Stammwürze bzw. des Restextraktes benutzt. Auch eine Spindel kam immer mal zum Einsatz, aber sicher war ich mir mit den Messergebnis nie 100%ig. Ich habe die Messgeräte dabei oft kalibriert bzw. überprüft. Wie schlagen sich also die bei Hobbybrauern sehr verbreiteten Messgeräte gegen die professionelle Messtechnik des EasyDens? Dazu habe ich bei meinem letzten Sud ein paar Vergleiche angestellt. Beim Messen der Stammwürze waren die Geräte noch recht dicht beieinander. Bei meinem Cream Ale zeigte das EasyDens 12,8°P an. Sowohl das Refraktometer, als auch die Spindel landeten (umgerechnet) etwas darunter bei rund 12,6°P.

EasyDens vs. Spindel & Refraktometer

Beim Bestimmen des Restextraktes waren dann schon größere Differenzen erkennbar. Das EasyDens zeigte mir nach Gärende 2,2°P an, was bei einer Stammwürze von 12,8°P rund 82% sEVG entspricht und somit sehr genau den Wert wieder spiegelt, den Escarpmentlabs für den eingesetzten Cream Ale Blend angibt. Die Spindel zeigte Temperatur-korrigiert 2,7°P an und das Refraktometer landete sogar bei 2,9°P.

Fazit

Ein Vorteil gegenüber der Spindel ist, dass man nur wenige Milliliter zur Bestimmung der der Stammwürze/des Restextraktes benötigt. Auch bei einer Spindel muss man bereits karbonisiertes Bier entgasen, bzw. die Spindel andrehen und evtl. abwarten bis sich der Schaum der Probe im Zylinder gesetzt hat. Gleichzeitig muss man beim Refraktometer und der Spindel immer eine Temperaturkorrektur vornehmen und beim Refraktometer zusätzlich den Alkoholfehler mit einrechnen. Hier punktet das EasyDens meiner Meinung nach extrem: Probe rein spritzen, auf Messen klicken und zack hat man das Ergebnis.

Ich denke, wer die 350€ für ein EasyDens aufbringen kann, wird es definitiv nicht bereuen. Das bestimmen der Messwerte klappt präzise und schnell. Damit lassen sich dann auch sicher Fehler im Prozess schneller erkennen, wie beim Maischen, Läutern oder eventuelle Gärprobleme. Dazu bekommt man eine schöne App, in der man seine Sude speichern und übersichtlich verwalten kann.

Ich bin wirklich happy mit dem Gerät und wenn ihr jetzt auch zuschlagen wollt, dann hab ich noch was für euch: Gebt bei eurer Bestellung den Code FRIEDIES10 ein und sichert euch bis zum 15. Juni 10% Rabatt auf eure Bestellung bei easydens.com!

Prost

Paul

3 thoughts

  1. Schöner Artikel, wusste gar nicht, dass es eine neue Version gibt. Sieht aber sehr schick aus. 🙂

    Ich benutze seit etwas mehr als einem Jahr das EasyDens Gen 1 und bin sehr zufrieden damit.
    Einfach viel komfortabler als mit dem Refraktometer oder der Spindel.
    Und wie du sagst, mit dem EasyDens ist die Messunsicherheit viel geringer. 😉

    Die Brew Meister App werde ich am nächsten Brautag auch mal testen. Habe bis jetzt die U-Brew App genutzt.

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