Oslo Kveik

Die Oslo Kveik von Bootleg Biology ist ein untergäriger Hefestamm, der bei Kveik-typischen Temperaturen ein cleanes und crispes Bier erzeugen soll. Das musste ich einfach ausprobieren. Also habe ich da mal ein Pils gebraut.

𝘠𝘰𝘶 𝘤𝘢𝘯’𝘵 𝘣𝘳𝘦𝘸, 𝘧𝘦𝘳𝘮𝘦𝘯𝘵 𝘢𝘯𝘥 𝘤𝘢𝘳𝘣𝘰𝘯𝘢𝘵𝘦 𝘢 𝘗𝘪𝘭𝘴 𝘪𝘯 𝘵𝘦𝘯 𝘥𝘢𝘺𝘴!🤓⠀

Oslo Kveik: 𝗛𝗼𝗹𝗱 𝗺𝘆 𝗙𝗮𝗿𝗺𝗵𝗼𝘂𝘀𝗲 𝗔𝗹𝗲!🦸‍♂️

Ich war wirklich skeptisch, als Dave von malzundhopfen mir die Oslo Kveik mitbrachte und von seinem Pils schwärmte. Ein untergäriger Hefestamm vergärt bei >27°C clean und smooth ohne “Nebengeräusche” zu erzeugen? Ausprobieren wollte ich es natürlich und habe vor 10 Tagen ein Pils gebraut.

Brautag

Der Brautag begann mit dem Füllen des Hot Liquor Tanks (HLT). Nachdem die Einmaischtemperatur erreicht war, habe ich den Hauptguss in die Mash Tun gepumpt und das Wasser auf meine üblichen Pils-Werte eingestellt:

  • Ca: 50 ppm
  • Mg: 5 ppm
  • Na: 5 ppm
  • Cl: 50 ppm
  • SO: 50 ppm

Zeit zum Einmaischen. Meine Schüttung bestand zu 100% aus Pilsener Malz. Man sollte darauf achten, den pH Wert nicht zu niedrig einzustellen, da die Oslo diesen etwas mehr senkt und das Bier dann eine säuerliche Note bekommen kann. Ich habe einen pH Wert von ca. 5,6 eingestellt.
Dann wurde gemütlich bei 66°C für 70 Minuten eine Kombirast gefahren und anschließend direkt geläutert. Zu Kochbeginn, für 30 Minuten und zum Flameout gab ich jeweils den HBC 522 hinzu. Ich habe mich bewusst für ein SMASH (Single Malt and single Hop) Pils entschieden, da die Hefe ja der Star sein sollte.

Danach wurde die 11°P-starke Würze auf knapp 38°C gekühlt und dann durfte es sich die Oslo Kveik kuschelig machen. Über Nacht habe ich langsam auf die geplante Gärtemperatur von 28°C abkühlen lassen. Direkt von Anfang an, ließ ich die Hefe unter Druck arbeiten (ca. 1,2 bar). Sehr hohe Anstelltemperatur und Gärung unter Druck. Ich hab der Hefe einiges abverlangt. 😄 Aber ich wollte einfach wissen, was sie kann. Um auf Nummer Sicher zu gehen, stellte ich aus der Ernte-Oslo, die Dave mir gab in 24h einen 1,5 Liter Hefe-Starter her, den ich dann komplett zur Würze hinzu gegeben habe.

Am nächsten Tag sah ich noch vor der Arbeit nach, ob die Oslo schon los legt. Zack! Im Unitank waren bereits 1,2 bar und der Gärspund blubberte auch schon. Ein Biest, diese Hefe!

10 Tage später

Nach ca. 5 Tagen war die Gärung mit einem EVG von 86% abgeschlossen und ich habe den Cold Crash eingleitet. Gleichzeitig habe ich die Karbonisierung eingestellt und noch etwas CO2 auf den Unitank gegeben.

Nach 10 Tagen habe ich mir ein Glas gezwickelt und konnte es kaum fassen. Der HBC522 bringt dezente tropisch-blumige Noten ins Bier. Ansonsten hat das Bier aber den typisch untergärigen Charakter – klar und geradlinig. Zudem hat es sich bereits jetzt wunderbar geklärt. Natürlich ist es noch sehr jung und darf nun noch in Ruhe reifen.

Fazit

Am Wochenende werde ich das Bier dann abfüllen. Schon jetzt muss ich sagen: Ein weiteres Mal, dass Kveik alles, was man sich so über die Jahre zum Thema Hefe angelesen hat, über den Haufen wirft. Wahnsinn, welches Potential in dieser Hefe steckt. Übrigens kann man die Oslo Kveik genau so ernten, trocknen und lagern, wie ihre obergärigen Kumpels.

Prost 🍺

Paul

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