MiniBrew – Der Bier-Thermomix

Eine komplett automatisierte Brauanlage? Maischen, Läutern, Kochen, Hopfengaben, Gärung, Cold Crash, Lagern und Zapfen. Das alles in einer Brauanlage? Jep! Der MiniBrew ist ein echter All-rounder.

MiniBrew

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Vor einigen Wochen bekam ich den MiniBrew zum Testen zugesandt. Zugegeben, ich war etwas skeptisch. Als das Teil nach dem Unboxing so vor mir stand, musste ich unweigerlich an eine ziemlich große Filterkaffeemaschine denken. Aber hinten wird die Ente dick, mal sehen, was das Teil kann.

Vorüberlegungen

Ich habe bereits verschiedenes Equipment in Gebrauch gehabt, aber ein Brauautomat der sämtliche Brau- und Gärprozesse vereint?! Hier ein paar Kernfragen, die ich mir vor dem ersten Gebrauch gestellt habe:

  • Wie funktionieren die automatischen Hopfengaben und kommt der Minibrew mit dem Trub klar?
  • Wie heizt das Teil und kühlt es auch nach dem Kochen?
  • Ist das Keg konisch, sodass sich Trub während der Gärung sammeln kann?
  • Wie druckfest ist das Keg?
  • Wird darin gekocht? Und wo landen die Brüden?
  • Wird die Gärtemperatur gesteuert?
  • Kann man eigene Rezepte verwenden?
  • Wie steuert man das Teil?

Was ist MiniBrew?

Das Gerät ist eine vollautomatische Mini-Brauanlage. Das bedeutet im Gegensatz zum Grainfather oder dem Braumeister von Speidel kümmert sich das Teil auch nach dem Kochen weiter um eure Würze.

Mit dieser überdimensionalen „Kaffemaschine“ (58x48x30cm) könnt ihr zwischen 5 und 5,5 Liter Bier herstellen. Ups, das ist nicht viel. Schaut man sich aber die Intension des Herstellers an, wird schnell klar, es geht darum verschiedene Biere mit kleinem Volumen herzustellen, um eine gewisse Auswahl an leckeren Bieren zu haben. Denn ihr könnt unbegrenzt viele SmartKegs nutzen. In diesen wird gebraut und anschließend auch vergoren, bevor das fertige Bier ebenfalls direkt daraus gezapft wird. Das heißt: Seid ihr fertig mit brauen, könnt ihr bereits das nächste SmartKeg in der Anlage platzieren und einen weiteren Braudurchgang starten.

Alles wird per App gesteuert und überwacht. Auch die Kegs werden in der App angezeigt.

Für wen ist MiniBrew?

Zunächst natürlich für absolute Beginner. Wer Lust hat, sein eigenes Bier zu brauen, ohne (zunächst) komplett in das Thema einzusteigen, ist mit diesem Teil super bedient. Man braucht vom Maischen bis ins Glas kein Zubehör und muss nur wenige Handgriffe vornehmen.

Ich sehe einen weiteren Einsatzzweck als Versuchbrauananlage. Der große Vorteil des MiniBrew ist die Reproduzierbarkeit der gebrauten Biere. Die Rast-Temperaturen beim Maischen werden immer genau gehalten, die Hopfengaben können exakt getimt werden und die Gärführung wird gesteuert. Dadurch kann man mit Rezepten experimentieren, einzelne Parameter anpassen und die Biere direkt miteinander vergleichen.

Steuerung – Was ist möglich?

Das MiniBrew wird von der MiniBrew-App gesteuert, die derzeit nur unter iOS verfügbar ist, aber eine Android-App ist auf dem Weg. Wenn ihr das Gerät zum ersten Mal einschaltet, erzeugt es ein eigenes Netzwerk. Dieses sucht ihr in den WLAN Einstellungen eures Handys und verbindet euch damit. Anschließend könnt ihr euer Heim-WLAN eingeben und das MiniBrew stellt eine Verbindung her. In meinem Fall hat es dann erstmal einige Minuten Updates gezogen, bis es einsatzbereit war.

Es gibt „out of the box“ keine Möglichkeit, das MiniBrew ohne die App und eine Internetverbindung zu steuern. Jedoch gelangt das Gerät allein zum jeweils nächsten Schritt, so dass ein Ausfall der Wifi-Verbindung während eines aktiven Braudurchgangs kein Problem darstellt.

In der App könnt ihr euch auch die „Brewpacks“ bestellen. Darin enthalten sind all Zutaten, die ihr zum Brauen benötigt. Es gibt derzeit 17 verschiedene Biere, zum Teil zusammen mit etablierten Brauereien entwickelt. Ihr könnt auch eure eigenen Rezepte entwickeln. Dafür benötigt man Zugang zum Brauportal. Dies ist jedoch nicht kostenlos. Die Subscribtion für ein Jahr kostet 89€.

Die App ist einerseits Steuerung für den Brautag und die Gärung, aber auch als Schritt-für-Schritt-Anleitung durch den gesamten Prozess gedacht. In der App wird euch jeder Handgriff vom Einmaischen bis hin zum Zapfen und Reinigen in Text und Bild erklärt. Zum Teil gibt es auch kleine Filmsequenzen.

Die Anlage und das SmartKeg lassen sich sowohl über das kostenpflichtige Brauereiportal, als auch über die Smartphone-App steuern.

Ein Brautag

So jetzt wird aber gebraut! Für meinen ersten Durchgang habe ich mir das Saison „Hainaut“ ausgesucht.

Das BrewPack

Bevor es richtig los geht, müsst ihr das BrewPack öffnen und den QR Code im Deckel mit der App scannen. Danach weiß die App, was ihr vor habt und startet den Braudurchgang mit allen Informationen über Zutaten, Maischeprogramm, Kochen, Hopfenzugaben, Gärtemperatur und -zeit bis hin zur Zapftemperatur. Gleich vorab: Ihr könnt an diesen Parametern nichts ändern und der QR Code ist nur einmal benutzbar.

In meinem Paket war ein Beutel mit geschrotetem Malz und Haferflocken, einer Hopfenpackung und der Belle Saison Hefe. Hier habe ich das erste Mal geschluckt. Die Belle Saison? Eine ziemlich zickige und sehr hochvergärende Hefe. Damit bekommen selbst alte Hasen immer mal wieder Probleme. Egal, wir werden es sehen. Über die Schüttung und den Hopfen gab es keine Infos. Was ich schade finde.

Die Vorbereitung

Zunächst wird die Anlage inkl. SmartKeg einmal durchgespült. Auch das geschieht bereits automatisiert. Dafür müsst ihr die Anlage an Wasser anschließen. Das hat mich etwas verwundert. Davon bin ich nach den Bildern auf der Homepage und Social Media nicht ausgegangen.
Es ist ein Schlauch im Lieferumfang enthalten. Die Tülle für den Wasseranschluss hat eine 3/4″ Innengewinde. Das sollte man bei der Planung bedenken. Grundsätzlich soll der Schlauch bei geöffnetem Wasserhahn permanent angeschlossen bleiben. Da ich den Schlauch mittels Adapter am Wasserhahn in der Küche angeschlossen hatte, war mir unwohl dabei die Anlage ohne Aufsicht bei geöffnetem Wasserhahn alleine zu lassen. War aber kein Problem, denn der Wasseranschluss wird im Prinzip während des Brauens nur zum Kühlen genutzt. Wenn ein Schritt Wasserzufuhr benötigt, wurde man in der App darauf aufmerksam gemacht dies zu überprüfen und dann habe ich den Wasserhahn geöffnet.

Danach gebt ihr zunächst das Malz in eine große Schüssel und fügt die angegebene Wassermenge hinzu. Dann heißt es rühren, vermischen, verquirlen. Nennt es wie ihr wollt, aber verteilt das Wasser gut im Malz. Das „Vorbefeuchten“ dient der Verhinderung von Doughballs. Das klebrige Malz müsst ihr nun in den dafür vorgesehen Malzkorb befördern. Diese Aktion gestaltet sich etwas schwierig, da der Korb bauartbedingt eben nicht sehr groß ist.

angefeuchtetes Malz

Nun müssen alle Teile zusammengebaut werden. Das erinnert etwas an Lego vor allem da alles aus Plastik besteht. Die App hilft euch aber dabei und es ist machbar. Zum Schluss legt ihr den Hopfen in den mitgelieferten Hopfensäckchen in eines der sieben Hopfenfächer. Dabei müsst ihr darauf achten, dass ihr das Säckchen nicht zu sehr hinein presst. Es sollte eher locker im Fach liegen, damit es später auch herausfallen kann.

Jetzt noch das SmartKeg mit dem Brauwasser füllen und die Vorbereitungen sind abgeschlossen.

Maischen

Ist alles drin, alles zusammengebaut, geht es los und das Maischen beginnt völlig automatisiert. Durch den durchsichtigen Malzkorb seht ihr das Wasser einströmen und dann werden die eingespeicherten Rasten angefahren. In der App könnt ihr weiterhin jeden Schritt verfolgen, aber müsst nichts anklicken. MiniBrew macht das alleine.

Kochen

Nachdem geläutert wurde, landet die Würze im SmartKeg und dann wird gekocht. Man bekommt das nicht wirklich mit. Bei diesem Schritt wird der Hopfen hinzugegeben, natürlich auch automatisiert. Der Hopfen befindet sich in einem Fach auf einem Ring. Dieser dreht sich, wie eine Eieruhr. Ist der Hopfen über der Öffnung fällt er hinein. Ich habe diesen Schritt tatsächlich verpasst, weil ich gerade gemütlich auf dem Sofa saß.

Übrigens fällt das Hopfensäckchen nicht direkt in die Würze, sondern in einen in’s SmartKeg eingehängten Filter. Den Filter mit Hopfen kann man dann nach dem Kochen leicht entfernen.

Ich frage mich, wie das Kochen im MiniBrew funktioniert. Das Erhitzen muss mit einem Durchlauferhitzer (ähnlich wie bei der Braueule) funktionieren. Aber der Deckel sitzt quasi auf dem SmartKeg, dass sollte zum einen zu Überkochen führen und zum anderen kondensieren die Brüden und tropfen zurück in’s Keg, was zu DMS (Gemüsegeschmack) führen sollte. Kleiner Spoiler: Das fertige Bier hatte keinerlei Fehlgeschmack.

Kühlen

Danach wird gekühlt. Ihr braucht jetzt Kühlwasser aus dem Hahn. Innerhalb von ca. 25-30 Minuten war die Würze von 100°C auf 25°C abgekühlt. Keine Meisterleistung , aber der Gegenstromkühler in diesem Gerät kann auch nicht sehr groß sein. Bei den 25°C war übrigens Schluss. Ist im Saison-Rezept so vorgesehen und damit war das Brauen nach ca. 4 1/2 Stunden auch abgeschlossen.

Gärung

Nachdem ihr das SmartKeg aus der Basisstation genommen habt, wird es auf die Unterkonstruktion gestellt. Nun wird die Hefe hinzugegeben. Das Keg soll dann geschüttelt werden, um Sauerstoff einzutragen. Ich belüfte Trockenhefe nie, deshalb habe ich mir diesen Schritt gespart. Unten am Keg wird noch ein Trubcontainer eingeschraubt. Jetzt noch den Gärspund anbringen und das Netzteil an ’s SmartKeg anschließen. Anschließend findet ihr auch dieses in der App inkl. Infos über die Temperatur und den Stand der Gärung.

Reinigung

Die Reinigung des Systems gestaltet sich ziemlich easy. Alles auseinanderbauen und den Treber wegschmeißen oder noch ein leckeres Brot backen. Die Einzelteile passen alle in die Spülmaschine. Die Hopfensäckchen könnt ihr einfach per Hand ausspülen.

Der Rest läuft wieder automatisch ab. Dafür müsst ihr das CIP Set anschließen, einen Spülmaschinen Tab rein werfen und dann wird eine Stunde gecipt. Ja, eine Stunde! Ziemlich lang, finde ich, aber dafür ist dann wirklich alles sauber.

Schade ist, dass nach Abschluss des CIP Durchgangs ein Rest Wasser in der Maschine verbleibt. Das ist auch der Grund, warum sie zu Beginn jedes Brautages noch einmal vorher gespült wird.

Es werde Bier – Das SmartKeg

Das Keg hat einen leicht konischen Boden und unten ist eine Art Kugelhahn angebracht. Dieser lässt sich über einen an der Seite angebrachten Drehschalter bedienen. Es ist isoliert und hat zwei Griffe, um es leicht transportieren zu können. Oben befindet sich der Deckel mit dem Sicherheitsventil und den klassichen NC Anschlüssen für Bier und CO2. Der Deckel wird in das Keg eingeschraubt. Es hält maximal 60 PSI also 4 bar aus. An der Rückseite ist das Kühlaggregat veortet. Der Lüfter darin ist recht leise, etwa so wie ein PC Lüfter.

Wenn man in der App auf sein SmartKeg klickt, sieht man einen Ring bestehend aus vier Phasen:

  • Primary
  • Clarification
  • Secondary
  • Carbonating

Das Keg durchläuft diese Phasen automatisiert. Es sind nur wenige Handgriffe notwendig. Zum einen muss zur Karbonisierung der Gärspund durch das Sicherheitsventil ausgetauscht werden. Zum anderen muss man hin und wieder den Trub Container leeren. Dieser wird dann immer mit dem Druckminderer und einer CO2 Patrone mit CO2 geflutet, um den Sauerstoffeintrag zu minimieren. Gegen Ende wird dann damit auch Zwangskarbonisiert. Am Druckminderer stellt man dann die maximalen 30 PSI (2 bar) ein und schon hört man das CO2 ins Keg zischen.

Das Bier

Mein Saison war nach 16 Tagen fertig. Ich bin eigentlich kein Freund von generellen Zeitangaben für die Gärung. Da man nur mit Messen aussagekräftige Ergebnisse bekommt. Jedoch muss ich sagen, das Bier war fertig. ich habe natürlich gemessen, weil ich neugierig war. Gestartet sind wir bei 13 Brix Stammwürze und nach den 16 Tagen war der Restextrakt bei 4,6 Brix. Das heißt der EVG lag bei etwas mehr als 90%. Ja ich gehöre zur Refraktometer-Fraktion.

Ich war mega gespannt auf das Ergebnis und als die App mir endlich sagte, ich solle das Bier testen, hörte man nur ein „Yes Sir“ und schon war der Zapfhahn installiert.

Ein strohgelbes, leicht trübes (aber hey, so jung und schon so klar!) Bier floss geschmeidig ins Glas und wurde getoppt von weißem, feinporigem Schaum. Der Geruch ist stiltypisch: fruchtige Ester, leicht floral, etwas grassig und zitronig. Macht schon mal Lust auf den ersten Schluck. Spritzig trifft das Bier auf die Zunge. Das Saison besitzt wenig Körper, wirkt aber keinesfalls leer. Ein extrem trockenes Finish wird von einer mir etwas zu herben Note begleitet.

Insgesamt bin ich tatsächlich überrascht, wie gut das Bier geworden ist und wie gut die Belle Saison Hefe gebändigt wurde. Wirklich lecker. Ein super Frühlingsbier. Das Keg steht nun in der Küche und es fällt schwer am Zapfhahn vorbei zu gehen.

Ihr könnt übrigens nun endlich einen Parameter einstellen auch ohne Abo: Die Servier-Temperatur eures Bieres.

Mein Fazit

Zunächst muss ich sagen, dass der Brautag mit dem MiniBrew ohne Probleme ablief. Beim nächsten Durchgang wird es dann noch intuitiver und ich werde sicher nicht jeden Schritt in der App nachvollziehen müssen.

Was mir gefällt:

Das Gerät ist wirklich ein einfach zu bedienendes All-in-one System. Ihr benötigt vom Maischen bis ins Glas kein weiteres Zubehör. Außer vielleicht eine Spindel/Refraktometer. Das ist wirklich eine Ansage! Es läuft alles automatisiert ab, das heißt: Die Fehlerquelle Mensch wird ausgeschlossen.

Ich finde das Design durchaus ansprechend. Erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, da man unter einer Brauanlage etwas anders erwartet, aber sieht man es als zusätliche Küchenmaschine, ist es ein eleganter Hingucker.

Die oft unterschätzte Gärführung wird gesteuert. Das macht einen riesen Unterschied auf den Geschmack des fertigen Bieres. Ihr könnt so auch bei Raumtemperatur untergärig vergären. Das SmartKeg ist eben kein normales NC/CC Keg, sondern viel flexibler. Ihr könnt mit dem Bodenventil und dem Trubkontainer Hefe ernten. Das Keg ist konisch, somit zapft man immer klares Bier. Dadurch, dass ihr im Keg braut, vergärt und zapft, minimiert sich auch sämtlicher potentieller Sauerstoffeintrag durch Umschlauchen oder Abfüllen.

Für mich ist einer der größten Pluspunkte die Reproduzierbarkeit. Der Ablauf ist immer der gleiche. Das heißt ihr könnt jedes Bier exakt nochmal so brauen. Wenn ihr einzelne Parameter ändert, kann man so die direkten Auswirkungen sehr schön nachvollziehen. Eine super Versuchanlage um Rezepte zu optimieren. Die Krux ist jedoch das Hochskalieren auf eine größere Anlage.

Was mir nicht so gefällt:

Das MiniBrew ist ein geschlossenes System. Nur mit dem jährlichen Abo kann man seine eigenen Rezepte eingeben bzw. Rezept-Parameter anpassen. Die Verbindung läuft über die Serverstruktur von MiniBrew. Sollte es hier mal Probleme geben, kann man das Gerät nicht mehr steuern. Mal kurz einen Reset machen fällt aus. Eine stand-alone Lösung wäre wünschenswert.

Das Gerät besteht aus vielen Kleinteilen. Sollte euch davon eins kaputt gehen, könnt ihr nicht improvisieren, wie oft bei den üblichen Hobbybraueranlagen möglich. Ersatzteile gibt’s ausschließlich über den Hersteller.

Die App ist die Bedienungsanleitung. Ich bin wirklich ein Freund von Multimedia und Technik, aber bei so einem Gerät hätte ich einfach gern ein kleines Heft als Bedienungsanleitung dabei, indem ich die Schritte verfolgen und bei Bedarf nochmal nachvollziehen kann. Es funktioniert zwar auch mit der App, aber die Bilder sind entsprechend klein und möchte man noch einmal ein paar Schritte zurück blättern, um etwas nachzulesen, ist das recht frickelig. Ein Grund dafür ist, dass es mittlerweile zwei SmartKeg Varianten gibt. So muss man auch immer schauen, welche Variante man besitzt, um die Handgriffe richtig zu machen.

Anmerkung

Spaß kostet. Fakt ist das Teil schlägt mit 1199€ in der Grundausstattung zu Buche und am Ende erhält man 5 Liter fertiges Bier. So betrachtet steht der Preis in keinem Verhältnis.
Man muss das Gerät aber detaillierter betrachten. Was bekommt man für sein Geld?
Ein Maischekessel, in dem auch geläutert und gekocht wird, ein Gegenstromkühler, ein druckfesten Gärtank, eine Temperatursteuerung und integrierter Kühler, ein tragbares Keg, einen Druckminderer, einen Zapfhahn… Alles in einem Gerät. Dazu kommt die Brausteuerung mit Wifi Verbindung und das CIP Set. Würde man sich dieses Zubehör für die Standard 20l Hobbybrauerklasse zusammenstellen, würden 1200€ nicht annähernd ausreichen.

Ihr seht ich habe diesen Punkt unter „Anmerkung“ und nicht unter Pro oder Contra verbucht. Ich kann euch den Preis nicht einordnen. Für den einen liegt die Investion in keinem Verhältnis und für den anderen ist es erschwinglich. Ich möchte nur aufzeigen was ihr für das Geld bekommt. Und meiner Meinung nach, ist der Preis damit gerechtfertigt.

Was ich jedoch nicht gerechtfertigt finde ist der Preis für die BrewPacks. Diese kosten zwischen 17,99€ und 32,99 €. gehen wir von 18€ für 5 Liter aus. Heißt das, pro Liter liegen die Kosten bei 3,60€. Ich braue mit meiner HERMS Anlage ca. 35 Liter Bier. Würde ich 3,60€ Pro Liter zahlen dann lägen die Kosten für die Zutaten eines Brautages bei 126€.

Auch mit den 89€ für das jährliche Abo, um das Brauportal nutzen zu können, bin ich nicht einverstanden. Es sollte mehrere Optionen geben. Eine „Schnupper-Monat“ Subscription würde sich anbieten und dann gestaffelte Preise. Für 89€ würde ich fast zu einer life-long Subscription tendieren.

Mein Fazit: Ich mag das Teil und plane gerade mein eigenes Rezept damit zu brauen: Ein Pils. Für mich ist es eine tolle Versuchsanlage, aber ich freue mich auch immer auf einen Brautag, weil ich mich eben dann mit dem Bierbrauen beschäftige. Es macht mir Spaß beim Prozess dabei zu sein und auch anzupacken. Beim Minibrew bleibt einem das verwährt. Dafür ist das Ergebnis wirklich klasse. Wenn es also darum geht Bier, möglichst einfach und kompakt herzustellen, ist das MiniBrew perfekt.

Zum Wohl

Paul

3 thoughts

  1. ein toller Bericht Paul, danke. hast Du mittlerweile auch andere Sorten ausprobiert? Mich würde interessieren, welche Brew Packs noch lecker sind und sich lohnen. Ich habe auch eine Anlage, von „Wiltenburg Lager“ war ich aber sehr wenig begeistert.

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