Der Unitank Guide – Teil 3

Der Unitank Guide

Kommen wir zum letzten Teil des Unitank-Guides. In Teil 3 geht´s um:

8. Filtern
9. Transfer in Keg/Flasche
10. Reinigung
11. Vorteile des Unitanks

–> Hier findet ihr Teil 1 und Teil 2.

Filtern

Möchtet ihr Filtern z.B. nach dem Hopfenstopfen dann kann ich euch einen Hop Strainer (auch Inline Filter) mit 100er – 150er Mesh nur ans Herz legen. Ein richtiges Allround Talent. Wenn ich z.B. nur wenig stopfe (1-2g/l), lasse ich einmal Trub ab und den Rest fängt der Filter auf.
Auch hier ist es wichtig, dass ihr den Strainer vorher mit CO2 flutet. Ich mache das mit einem davor angeschlossenem T-Stück und einem Kugelhahn mit Tülle, an den ich die CO2 Flasche anschließe.

Hopstrainer
Inline Filter

Transfer in Keg oder Flasche

Beim Transfer unter Druck ins Keg beaufschlagt ihr dieses mit dem gleichen Druck, wie den Unitank (Vorspannen).
Über den Blow off am Unitank schließt ihr die CO2 Flasche an und an deren Druckminderer stellt ihr ebenfalls den gleichen Druck ein.
Anschließend verbindet ihr den Ausgang des Unitanks mit der Bierseite des Kegs. An der CO2 Seite des Kegs benötigt ihr ein Spundventil, welches zunächst geschlossen ist. Nun öffnet ihr das Scheibenventil am Unitank und die Bierseite des Kegs. Das Spundventil am Keg öffnet ihr nun so viel, dass etwas Druck aus dem Keg entweicht und das Bier geschmeidig fließt.

Unitank Transfer

Für den Transfer in Flaschen unter Druck benötigt ihr einen Gegendruckabfüller oder eine Beergun. Die Handhabung ist die gleiche, als wenn ihr aus dem Keg in Flaschen abfüllt. Eure CO2 Eingangsseite am Unitank ist der Blow off.

Reinigung

Es gibt hier die Low Budget (aber was ist beim Unitank schon low Budget) und die CIP Variante. Aber zunächst zu den Reinigern. Für ordentliche Reinigungsergebnisse empfehle ich euch PBW, EnzyBrew oder andere alkalische Vorreiniger. Wichtig ist, hier möglichst heißes Wasser zu nutzen (60°C) um gute Ergebnisse zu erzielen. Danach sollte ein Durchgang mit StarSan (schäumt sehr) oder besser SaniClean gemacht werden.

  1. Low Budget

Zunächst spült ihr den Unitank grob mit Wasser aus und lasst alles ab, was sich noch im Konus befindet. Danach holt ihr die Kühlspirale heraus, schließt alle Ventile und füllt ein Wasser/EnzyBrew-Gemisch (möglichst heiß) bis über die Hopfenharzmarke ein. Danach dreht ihr mit einem Paddel o.ä. ein Strudel/Whirlpool an und lasst das ganze 20 Minuten stehen. Die Kühlspirale wieder einhängen und nochmal 10 Minuten stehen lassen. Anschließend alles ablassen und danach solltet ihr nur noch wenig mit der Hand nacharbeiten müssen.

Jetzt sprüht ihr das Innere noch mit StarSan ein. Danach sollte man alle TriClamp Teile separat auseinanderbauen, reinigen und desinfizieren.

  • CIP

Auch dabei spült ihr erstmal mit Wasser alles grob aus. Danach wird gecipt. Füllt ca. 15-20 Liter Wasser/EnzyBrew Gemisch bei geschlossenen Ventilen ein. Danach verbindet ihr das untere und ggf. das obere Ablassventil mit einer Pumpe. Der Ausgang der Pumpe wird mit der CIP Kugel verbunden. Die Pumpe sollte genug Leistung haben, um die CIP Kugel ordentlich zu drehen.Ich nutze hierfür die Novax 20 B. Achtet darauf, dass die verwendeten Schläuche und Fittings, Hitze- und Reinigerbeständig sind.

CIP Unitank

Die unteren Ablassventile öffnen und die Pumpe einschalten. Lasst das Ganze dann 20-30 Min zirkulieren. Danach sollte alles blitzblank sein.

Anschließend mit StarSan wiederholen. Jedoch schäumt StarSan sehr, deshalb ist SaniClean hier besser geeignet.

Danach sollte man alle TriClamp Teile separat auseinanderbauen, reinigen und desinfizieren.

Vorteile gegenüber nicht druckfesten Gärtanks

Die Frage, welche häufig aufkommt: Welchen Vorteil hat der Unitank z.B. gegenüber anderen Gärtanks. Das große Plus ist eben die Druckfestigkeit. Ihr könnt euer Bier fertig karbonisieren und nach dem ernten der Hefe auch ohne Probleme darin lagern.

Das fertig karbonisierte Bier kann per geschlossenem Transfer direkt aus dem Unitank abgefüllt werden. Der Sauerstoffeintrag wird minimiert. Im Prinzip kann auch direkt daraus gezapft werden.

Weiterhin habt ihr nur noch Tri Clamp Anschlüsse. Somit gibt es kein „Gefummel“ mit Gewinden, O-Ringen und Teflonband mehr. Alle Teile sind abnehmbar und leicht zu reinigen.

Das Teil ist eben durch diese Tri Clamp Anschlüsse auch sehr flexible und verschiedene Varianten für Hopfenschleusen, Filter und Abfüllen sind denkbar und leicht umzusetzen.

Dagegen spricht der Preis, die Menge an benötigtem Zubehör und der Reinigungsaufwand.

Hier muss man abwägen. Aber wer seine Gärführung komplett professionell gestalten möchte, kommt um einen Drucktank, wie dem Unitank nicht herum.

  • Hier findet ihr den kompletten Guide als pdf zum Downloaden: KLICK!
  • Here you can download the complete guide in pdf format in English: KLICK!

3 thoughts

  1. Hallo, ich bin seit kurzem auch stolzer Besitzer eines Unitanks in half bbl Größe. Gebraut wird schon lange mit einem 70l Wengert Kessel mit dem ich voll zufrieden bin. Mein Problem ist folgendes:
    Ich habe bei der Reinigung mit dem großen CIP mit dem empfohlenen Enzymreiniger nicht alles sauber bekommen.
    Ich habe 17L Wasser bei ca 60°C mit 170 gr Enzybrew in den Tank gegeben und 30 min mit der Rovax 20b gecipt, danach mit kaltem Klarwasser mehrfach nachgespült. Das Ergebnis war nicht besonders gut.
    Was mache ich falsch? Ich könnte mir vorstellen, dass ich die Kühlschlange besser herausgenommen hätte, damit die Wandungen besser erreicht werden. Dann müsste ich mir noch einen Reduktionsring von 6″ auf 3″ besorgen.
    Vielen Dank für einen Tipp

    Matthias

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    1. Hi Matthias! Eigentlich hast du alles richtig gemacht. Ich lasse die Kühlschlange auch drin, dan wird die eben auch direkt mit sauber. Was war es denn für ein Bier? IPA mit vielen Harzen etc.? Der einzige Tipp der mir einfällt, länger Cipen. Das muss sauber werden mit deinem Cip Equipment. Vielleicht beim nächsten Mal 40 Minuten.

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