Rotbier vs. Red Ale

Aus einem Rezept wurden zwei unterschiedliche Biere und aus einem Gemeinschaftssud, eine Art Experiment.

Vor einigen Wochen habe ich mit dem Brauonkel zusammen gebraut. In der Planungsphase konnten wir uns nicht so richtig festlegen, ob es nun ein Rotbier (untergärig) oder ein Red Ale (obergärig) wird.
Wir entschieden uns, Jörgs neues Spielzeug, einen Braumeister 50 von Speidel auch zum Einsatz zu bringen und auf zwei Anlagen parallel zu brauen. So konnten wir einen Teil obergärig und einen Teil untergärig vergären.
Es wurden quasi zwei verschiedene Biere gebraut und wir konnten bei exakt dem gleichem Rezept einmal testen, welchen Unterschied die Hefe macht.

Kleiner Spoiler: Wie erwartet, macht sie einen riesen Unterschied.

Der Brautag verlief soweit wunderbar, auch wenn der Braumeister beim Kochen meinen Braukeller in eine Sauna verwandelt hat. Beim Kühlen unterlief uns dann das ein oder andere Malheur, sodass wir den Boden dann mehrfach trocken wischen mussten. 😅

Brautag mit dem Brauonkel

Das Rezept

Ich wollte unbedingt mal das Golden Promise Malz ausprobieren. Zusammen mit Red X, Münchner Malz Typ II und etwas Cara Red hat das Bier einen wunderbaren Malzkörper erhalten. Gleichzeitig ist bei diesen Bierstilen auch die Farbe nicht ganz unerheblich. #schönefarbe
Uns ist mit dieser Malzkombination ein herrlicher Kupferton mit rötlichen Reflexen gelungen.

Was ’ne Farbe

Die Hopfenaromen spielen beim Rotbier eher eine untergeordnete Rolle. Aber ein Red Ale kann dagegen schon ein gewisses Flavor vertragen. Deshalb haben wir uns für etwas First Gold als Vorderwürze Hopfen entschieden. Beide Varianten haben wir später dezent mit Azacca und Barbe Rouge gestopft (insgesamt 1g/l).

Das Red Ale wurde mit der US-05, einer klassischen Ale Hefe vergoren. Dagegen durfte die S-23 bei der untergärige Version antreten.

Verkostung

Rotbier

Das Rotbier, also die untergärige Version riecht deutlich brotig und karamellig gepaart mit etwas Birne und rotem Apfel.

Im Mund breitet sich eine angenehmer weicher und süßer Geschmack aus. Dazu gesellen sich brotig-toastige Noten. Die Bittere ist wahrnehmbar, wird aber durch den Malzkörper ausbalanciert. Im Abgang bleib eine fruchtige Süße zurück.

Red Ale

Das Red Ale hingegen domiert mit deutlich mehr Hopfenaromen in der Nase. Man riecht fruchtige Noten, wie Erdbeere und Honigmelone. Die malzig-brotigen Aromen sind vorhanden, stehen hier aber eher im Hintergrund.

Wir haben die Biere annähernd gleich karbonisiert, sodass das Mundgefühl ziemlich ähnlich war. Jedoch ist es schlanker und so kommt die Bittere etwas knackiger rüber, was durchaus gut passt.

Fazit

Es lohnt sich für Hobbybrauer definitv einen Sud auch mal aufzuteilen und mit zwei unterschiedlichen Hefen zu vergären. Der Hefe wird hin und wieder zu wenig Beachtung geschenkt, aber sie hat einen großen Einfluss auf das fertige Bier.

Prost!🍺

Paul

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