Die 5 größten Biermythen

Biermythen

Bier ist in aller Munde und das schon seit einer Ewigkeit. Klar also, dass sich im Laufe der Zeit zahlreiche Mythen gebildet haben. Mit Einigen möchte ich aufräumen.

1| Abgelaufenes Bier ist schlecht

Gleich vorweg: Blödsinn! Bier kann nicht schlecht werden, jedenfalls nicht im Sinne von gesundheitlich bedenklich. Der PH-Wert,  die antibakterielle Wirkung des Hopfens, Alkohol und CO2 schützen das Bier vorm „Umkippen“.

Brauereien sind verpflichtet ein MHD auf den Flaschen anzubringen. Dieses kann man aber eher als Verzehrempfehlung verstehen, denn Bier verändert sich geschmacklich im Laufe der Lagerung. So schmeckt ein abgelaufenes Pils nicht mehr so frisch, wie kurz nach der Abfüllung.

Es gibt aber auch Bierstile, deren Geschmack durch eine lange Lagerung begünstigt werden. Ein Barleywine schmeckt erst nach monate- oder sogar jahrelanger Lagerung erst so richtig gut.

Genau andersherum verhält es sich dafür bei hopfenbetonten Bieren wie einem IPA. Auch wenn es 1 Jahr haltbar ist, sollte es so frisch wie möglich getrunken werden, da die Hopfenaromen flüchtig sind.

Lagern solltet ihr euer Bier natürlich kühl und dunkel. Es bringt nichts, wenn das Bier noch 9 Monate haltbar ist aber 3 Wochen in der Sonne stand.

2| Bier nur eiskalt genießen

Ein Kumpel hat mir erzählt, dass er in einer Bar in den Niederlanden auf der Karte „Heineken ice cold“ entdeckt hat. Also bestellt, weggezischt und für erfrischend befunden. Das ganze hat 30 Cent mehr gekostet als ein normales Heineken und war ca. 1°C kalt. Wenn selbst solche großen Brauereien es also empfehlen, ihr Bier eiskalt zu trinken, dann ist es vielleicht doch kein Mythos?

Doch! Denn feststeht bei wärmeren Temperaturen lassen sich Geschmacksnoten im Bier besser wahrnehmen. Die eisigen Temperaturen sorgen jedoch dafür das deine Geschmacksnerven regelrecht einfrieren und gelähmt werden. Vielleicht empfehlen die Industrieriesen deshalb ihr Bier möglichst kalt zu trinken. 😉

Lasst ein Bier mal etwas wärmer werden und ihr werdet merken, dass es plötzlich anders und intensiver schmeckt. Vor allem im Craftbeersektor sollte man die Biere
nicht unter Hirnfrost ❄ hinunterkippen.

Auch hier gibt es wieder Bierstile die durch eine wärmere Trinktemperatur begünstigt werden. Ein Imperial Stout bei 3°C zu trinken grenzt schon an Frevel.

Es kann euch natürlich keiner vorschreiben, wie ihr eure Bier trinken sollt und ein eiskaltes Helles im Sommer ist natürlich auch was Feines!

Bier schmeckt am besten, wenn es zwischen vier und fünf Grad Celsius serviert wird. Je nach Machart. Große Brauereien verbreiten allerdings den Irrglauben, Bier müsse eiskalt serviert werden. Warum? Eiskaltes Bier betäubt den Gaumen und schwächt den Geschmack des Gerstensafts. Das führt dazu, dass man mehr und mehr Humpen verhaftet, da das Bier wie Wasser schmeckt.

– Bryan Carey, great beer now

3| In den USA gibt es eh nur Bud-light

Das höre ich auch immer wieder und fange dann an aufzuzählen:

  • Dogfish Head
  • Stone Brewing
  • Sierra Nevada Brewing Co.
  • Anchor Brewing

Die USA haben eine riesige Bierlandschaft und sind dem deutschen Biermarkt in Sachen Craftbeer weit voraus. Das merkt man vor allem an Größen wie Stone Brewing die abgefahrene Biere erzeugen und das schon im industriellen Stil (Mittlerweile auch in Berlin). Auch die Hobbybrauerszene ist Groß und somit auch entsprechend das Verständnis für Bier in der Gesellschaft.

Jedoch stehen die Amis auf unsere traditionellen Bierstile, wie z.B. Weizen, Pils, Märzen… Weiterhin erfreuen sich fast schon vergessene Bierstile, wie die Gose (Sauerbier) aus Goslar da drüben großer Beliebtheit und werden auch unter den Homebrewern versucht nachzuahmen.

☝Vorsicht #funfact: Um 1900 war die
Gose das
meistgetrunkene Bier in Leipzig.
D
eshalb wurde sie auch
Gosestadt genannt.

4| Das -7- Minuten Pils

Vollkommen ausgetrocknet erreicht man mit letzter Kraft die Kneipe, gequält von Durst bestellt man ein Pils und dann soll man 7 Minuten warten? Dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Zurückzuführen ist das 7 Minuten Bier auf früher gängige Zapfanlagen, die ein schnelles unkompliziertes Zapfen, wie es heute möglich ist, nicht zuließen. Wenn euch heutzutage der Wirt ein Bier hinstellt, an dem er 7 Minuten rumgezapft hat, dann gebt es zurück oder wechselt die Lokalität, denn es wird abgestanden und fad schmecken.

5| Ich mag kein Bier

Bei fast allen Leuten, die sagen, dass Bier nichts für sie ist, liegt es daran, dass sie einfach noch nicht den richtigen Bierstil gefunden haben. Wenn man vor 10 Jahren mal ein Pils getrunken hat, dass man einfach nur bitter und trocken fand und sich dann dachte „Nein danke!“, bedeutet das nicht, dass man kein Bier mag.

Ich konnte schon einige Bierverächter vom Gegenteil überzeugen, entweder durch Eigenkreationen oder durch Kaufberatung. Es gibt so viele Bierstile. Das Problem: Die meisten wissen nicht, dass es diese Stile gibt.

 ☝Vorsicht #funfact: Die Sage vom Bierverächter
aus Bitburg

Ein gutes Beispiel ist meine Gose (da ist sie schon wieder 😉 ), die ich vor ein paar Monaten gebraut hatte. Das Bier wurde mit Triple Sec vergoren, wodurch es super orangig geschmeckt hat. Dieser kaum bittere Bierstil in Kombination mit der fruchtigen Note kam vor allem bei Nicht-Bier-Trinkerinnen sehr gut an.

Wenn ihr noch Mythen habt dann schreibt sie in die Kommentare. Zum Wohl!🍻

  1. Toller Beitrag!
    Unterscheidet sich das braugleiche Dosenbier geschmacklich von der Flaschenvariante?🤔

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    Antwort

    1. Hi Martin,
      ein heiß diskutiertes Thema 😀
      Das Aluminium der Dose ist lichtundurchlässig; also ein ganz großes Plus, da Lichteinfall den Geschmack des Bieres beeinträchtigt.
      Dosenbier wird nach dem Abfüllen bei ca. 70°C pasteurisiert. Darunter leidet der Geschmack, sagen die Feinschmäcker.
      Jedoch gibt es kleine Studien, bei denen die Teilehmer -im Rahmen einer Blindverkostungen- keine Unterschiede feststellen konnten.
      Du merkst das ist ein schwieriges Thema. Ich tendiere eher dazu, dass es geschmacklich keine Unterschiede gibt.

      Gefällt mir

      Antwort

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